Kolleg St. Blasien

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Badische Zeitung vom Dienstag, 2. Juni 2009

 

Kollegsleitung und Eltern im Dialog

 

ST. BLASIEN. Am Pfingstmontag trafen sich Lehrer, Erzieher, Eltern und einige Schüler mit der Kollegsleitung zum traditionellen Informationsgespräch in der Pater-Alfred-Delp-Halle. Dabei blickten Kollegsdirektor Pater Johannes Siebner, Schulleiter Bernhard Schmidle und Internatsleiter Axel Bödefeld zurück und nach vorne. Zentral ist dieses Jahr natürlich das große Jubiläum. Trotz aller Freude über eine rundum gelungene und ansprechende Feier wollen sich die Verantwortlichen nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, sondern die Ärmel hochkrempeln und zupacken, wie es Kollegsdirektor Pater Siebner formulierte. Schließlich seien die Ansprüche hoch. "Wir wollen das Antlitz der Erde verändern und sind dafür auf Gottes Gnade angewiesen."

Im Jubiläumsjahr darf sich die Schule über finanzielle Zuschüsse aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung freuen und kann damit das Hallenbad sanieren. In diesem Zusammenhang dankte der Kollegsdirektor der unkomplizierten Unterstützung der Stadt St. Blasien und des Gemeinderats. Neben der Badsanierung bringt das Kolleg demnächst die Erneuerung der Sportanlagen auf den Weg. Dafür fehlen Siebner zufolge noch etwa 50 000 bis 60 000 Euro. Die Verantwortlichen sind aber optimistisch, dass die Finanzierungslücke, auch mithilfe von Spenden, geschlossen werden kann.

Mit Leidenschaft Schule machen

Schulleiter Bernhard Schmidle betonte vor allem, wie wichtig es dem Lehrerkollegium sei, mit Leidenschaft Schule zu machen. Das sei aber nur möglich im Dialog mit Schülern, die mitziehen und sich engagieren. Um die Schule voranzubringen, wird derzeit eine umfassende Evaluation erstellt, deren Ergebnisse im Oktober präsentiert und im Anschluss daran auch bald umgesetzt werden sollen.

Internatsleiter Axel Bödefeld appellierte an die Schüler, spirituelle Angebote wie Abendgebete oder Meditationsrunden und Freizeitaktivitäten der Schule vermehrt anzunehmen.

Auch die Eltern hatten einige Fragen und Anregungen, die sie in der Versammlung äußerten. Zwei Mütter, deren Söhne die Oberstufe besuchen, forderten eine engere Führung. "Sie sollten die Kinder mehr an die Hand nehmen", meinte eine besorgte Mutter. Ihr Sohn hätte an einer jesuitischen Schule im Ausland gute Erfahrungen damit gemacht, strenger geführt und kontrolliert zu werden, erklärte sie. Pater Siebner antwortete darauf, dass es gerade das pädagogische Prinzip des Kollegs sei, zur Verantwortung zu erziehen. Das sei manchmal sicherlich mühsamer, als Strenge walten zu lassen. Trotzdem wolle der Kollegsdirektor zuerst in Vertrauen investieren und dann in Kontrolle. Viele der versammelten Eltern sahen das genauso und applaudierten.

Neuer Vorsitzender lobt "erstklassiges Fest"

Eine Mutter fürchtet, dass die Mädchen nicht genügend gefördert werden und wünschte sich bessere Betreuung. Sie glaube, dass Mädchen eher zu einer Seelsorgerin gehen würden mit ihren Ängsten und Problemen als zu einem männlichen Seelsorger. Eine andere Mutter regte an, schon frühzeitig mit Suchtprävention anzufangen in der Schule. Ein Vater lobte das hohe Niveau, auf dem Kollegsschüler musizieren und betonte in diesem Zusammenhang, dass es richtig gewesen sei, die Bleiche zum Musikhaus umzugestalten.

In der Versammlung zu Wort kam auch der neue Vorsitzende des Fördervereins der Schule, Herbert Scheidt. Er lobte das "erstklassige Jubiläumsfest, das seinesgleichen sucht". Dass die Zuhörer gleicher Meinung sind, bekräftigten sie mit lautem und lang anhaltendem Beifall.

 

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