Kolleg St. Blasien

Presse - Archiv

 

Badische Zeitung vom Dienstag, 2. Juni 2009

 

Kolleg St. Blasien: Würdigung einer Erfolgsgeschichte

 

ST. BLASIEN. "Es ist enorm, was hier erreicht wurde" - nicht nur der Provinzial der Deutschen Ordensprovinz der Jesuiten, Stefan Dartmann, gratulierte dem Kolleg St. Blasien zu seinem 75. Jubiläum, das am vergangenen Sonntag mit einem Festakt feierlich begangen wurde. Auch etliche andere prominente Gäste wie der "Kollegianer" Heiner Geißler oder Erwin Teufel waren gekommen, um zu gratulieren.

Für einen Höhepunkt des Festaktes sorgte Klaus Mertes SJ, Rektor des Berliner Canisius-Kollegs und Delegat für ignatianische Pädagogik. Er beantwortete in einem brillanten Vortrag die Frage "Warum machen Jesuiten Schule?" und sorgte damit für den Schlusspunkt einer Veranstaltung, die sonst naturgemäß einem Rückblick auf die vergangenen 75 Jahre gewidmet war. Kollegsdirektor Pater Johannes Siebner SJ rückte bei seiner Begrüßung dabei gleich zwei Personen in den Vordergrund: Albert Hackelsberger, der als Zentrumsabgeordneter maßgeblich daran beteiligt war, dass sich das Kolleg 1934 in St. Blasien ansiedeln konnte, und Rudolf Eberle, der als ehemaliger Wirtschaftsminister Baden-Württembergs dazu beitrug, dass das Kolleg nach dem verheerenden Brand 1977 dank des finanziellen Engagements des Landes wiederaufgebaut werden konnte. Beide, so Siebner, der auch Gabriele Eberle, die Witwe des Landespolitikers, als Gast begrüßen konnte, markierten Eckpunkte in der Kollegsgeschichte und ohne ihr Wirken gebe es heute kein Kolleg mehr.

Auch die Grußworte anderer Gratulanten warfen Schlaglichter auf die 75-jährige Geschichte von Schule und Internat, in denen wegen einer von den nationalsozialistischen Machthabern verordneten Zwangspause von 1939 bis 1945 nur 68 Jahre lang Schule gemacht werden konnte. So erinnerte Stefan Dartmann an die Gründung des Trägervereins 1969, der den Fortbestand des Kollegs sicherte und auch Bürgermeister Johann Meier hob hervor, dass das Kolleg 1968 zur Disposition stand - was zu einem Durchbruch im bis dahin eher gleichgültigen Verhältnisses zwischen Schule und Bevölkerung und einer guten Zusammenarbeit geführt habe. Meier hatte zudem ein besonderes Geschenk für das Kolleg: Einen Scheck über 294 000 Euro aus dem Konjunkturprogramm II der Bundesregierung zur energetischen Sanierung des Hallenschwimmbads.

Schülersprecher Felix Dünnebacke dankte "für den Mut vor 75 Jahren", während Norbert Nothelfer, Schirmherr des Jubiläums, hervorhob, dass das Kolleg mit demvon ihm vermittelte Wertekompass einen Beitrag für eine freie, bürgerliche Gesellschaft leiste. Landrat Tilman Bollacher versicherte einmal mehr, dass der Landkreis auch weiterhin fest an der Seite des Kollegs stehe - und sorgte mit diesem Versprechen auch dafür, dass sich für das Kolleg St. Blasien an diesem Pfingstwochenende "Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft treffen", wie Thomas Roach SJ, Delegat des Jesuitengenerals Adolfo Nicolás, in seinem Grußwort meinte.

 

Sitemap | Kontakt