Kolleg St. Blasien

Presse - Archiv

 

Badische Zeitung vom Freitag, 17. Oktober 2008

 

Kolleg startete ins Jubiläumsjahr

 

Zwei 75-Stunden-Projekte in der Stadt St. Blasien mussten wegen des starken Regens am Donnerstag abgebrochen werden

 

Von unserem Redakteur Horst A. Böß

 

ST. BLASIEN. Für das Kolleg St. Blasien wird 2009 ein ganz besonderes Jahr sein: "75 Jahre Kolleg in St. Blasien" lautet das Motto im Jubiläumsjahr. Seit 1934 unterrichten Jesuiten am Kolleg. Auch das Internat öffnete Ostern 1934 seine Pforten im ehemaligen Benediktinerkloster. Gestern fiel nun der Startschuss für das Kollegsjubiläum.

 

Zum Jubiläum ist eine ganze Reihe von Veranstaltungen geplant, beispielsweise ein Altkollegianerball und ein Benefizkonzert. Der festliche Höhepunkt des Jubiläums soll wieder das traditionelle Pfingstfest vom 30. Mai bis 1. Juni werden.

 

Mit dem Startschuss für das Kollegsjubiläum "75 Jahre Kolleg in St. Blasien" am gestrigen Donnerstag ging auch eine eigene Internetpräsenz unter www.75JahreKolleg.de ins Netz. Über diesen Internetauftritt wird über das Jubiläumsprogramm informiert. Auftakt bilden die Projekttagen unter Beteiligung der Kollegianer.

 

Über 50 spannende Projekte werden bis zum Samstag am Kolleg stattfinden. Die meisten der 55 Projekte kreisen auf kreative Weise um dieses Jubiläum. Einer der Höhepunkte ist der Staffellauf von der Stella Matutina in Feldkirch/Österreich nach St. Blasien. Symbolisch wird der Weg "nachgelaufen" , den 1934 die Schüler der deutschen Abteilung in der Stella Matutina gehen mussten. Projekt ist auch der kreative Umgang mit dem Kollegswappen, es gibt musisch-kreative Projekte und auch eine Geschichtswerkstätte mit Zeitzeugengespräch. Dazu kommen zwölf ehemalige Häftlinge der Konzentrationslager am Mittwoch, 22. Oktober, nach St. Blasien.

 

Weiter finden auch zwei spannende 75-Stunden-Projekte in der Stadt St. Blasien statt. Zum einen die Errichtung einer Boule-Anlage und die Vorbereitung einer Rotwildbeobachtungsfläche bei der Eselshütte am Kuhkopf. Beide begannen am gestrigen Donnerstag, mussten dann aber wegen des anhaltenden heftigen Regens am Mittag abgebrochen werden. Heute soll es wieder weiter gehen.

 

Friedrich Burghardt von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg und Förster Ulrich Lentmaier führten am Dienstag Nachmittag bereits die 17 Schüler der Klassen zehn bis dreizehn der Projektgruppe um Malte Krebs in den Auftrag zur Errichtung einer Rotwildbeobachtungsstation innerhalb den Projekttagen ein. Burghardt gab grundlegende Informationen zum Rotwild und zur geplanten Wildbeobachtung im Südschwarzwald und stellte dabei das Satellitentelemetrie-Konzept vor. Am Donnerstag trafen sich die Schüler mit Projektleiter und Förster am städtischen Bauhof in St. Blasien, um dort das Werkzeug für die Rodungsarbeit, Bügelsägen, Astscheren und Arbeitshandschuhe entgegen zu nehmen. Mit Fahrzeugen der Stadt ging es dann zum Einsatzort. Die rund zwei Fußballfelder große Fläche liegt genau gegen über der Tierlache, etwas oberhalb der Eselshütte am Kuhkopf. Auf dieser Fläche sammeln sich im Frühjahr bei den ersten wärmenden Sonnenstrahlen die Hirsche. Zumeist ist hier auch schon der Schnee abgetaut und sie finden frisches Futter.

 

Von der Hütte Tierlache kann man dann die Tier ohne sie zu stören beobachten. Aus diesem Grund soll auch die Hütte soweit ausgebaut werden, dass die den Beobachtern auch Wetterschutz bietet, so Förster Lentmaier. Die Schüler entfernten auf der Fläche den Bewuchs und totes Holz mit ihren Sägen und Scheren. Projektleiter Malte Krebs war es vorbehalten die Arbeit mit der Motorsäge zu unterstützen. Nach mehrstündiger Arbeit waren die Schüler allerdings so durchnässt und durchfroren, dass am Mittwoch die Aktion abgebrochen werden musste. Das bei der Eselshütte vorgesehene Mittagessen — es sollte Hirschgulasch geben, wobei der Hirsch von der Stadt gestiftet wurde — wurde ins Kolleg verlegt.

 

Für den heutigen Freitag steht ein weiter Arbeitseinsatz an. Das Mittagessen soll es in der Eselshütte geben. Zum Abschluss des Tages soll dann dort auch gegrillt werden. Die Projektteilnehmer werden dann in der Hütte übernachten. Projektabschluss ist dann am Samstag mit dem Aufräumen der Fläche. Als Hinweis soll dann noch eine Messingtafel angebracht werden.

 

Sitemap | Kontakt