Eine kurze Geschichte des Kolleg St. Blasien
von Pater Johannes Siebner SJ, Kollegsdirektor
Seit 1934 unterrichten Jesuiten am Kolleg St. Blasien.
Auch das Internat (zuerst nur für Jungen) öffnete
Ostern 1934 seine Pforten im ehemaligen Benediktinerkloster
im Südschwarzwald.
Die Geschichte des
Kollegs aber beginnt im schweizerischen Fribourg,
wo Petrus Canisius 1596 das St. Michaelskolleg
gründete, das nach einer bewegten Geschichte und
dem Umzug ins österreichische Feldkirch heute in
St. Blasien weiterlebt.
Ausgerechnet die Nationalsozialistische
Herrschaft bedrohte (u. a. durch ihre
Devisen-Gesetze) den Bestand der deutschen Auslandsschule
in Österreich und zwang diese nach
Deutschland umzusiedeln. Der Reichstagsabgeordnete
Dr. Albert Hackelsberger aus Öflingen/Baden
hat sich sehr mutig für den Einzug des Kollegs in das
leer stehende Kloster eingesetzt. Er musste seine kirchenpolitische
Tätigkeit, seinen Widerstand gegen
das Regime und seinen Einsatz für das Kolleg St.
Blasien 1940 im Untersuchungsgefängnis Freiburg
mit dem Tode büßen. Schon im März 1939 wurde
das Kolleg von den nationalsozialistischen Machthabern
wieder geschlossen, „da die Voraussetzungen,
unter denen die Genehmigung erteilt wurde, nicht
mehr als gegeben anzusehen sind“. So einfach war
das. Die Gebäude wurden als Reservelazarett an die
Wehrmacht vermietet.
Am 1. Mai 1946 haben die Jesuiten
unter schwierigsten Bedingungen wieder neu
mit ihrer pädagogischen Arbeit angefangen. 1977
bedrohte eine große Brandkatastrophe erneut die
Existenz des Kollegs. Außerordentliches Engagement
vieler am Kolleg Interessierter ermöglichten
den Wiederaufbau; es brachte auch ganz neue Impulse
in Schule und Internat. So wurde z. B. 1989
neben dem Jungeninternat ein Mädcheninternat
eröffnet. Am Anfang durchaus mit kritischen Blicken
betrachtet, ist es inzwischen Normalität geworden.
Seit Jahren schon ist das Internat mit ca. 180 Jungen
und ca. 130 Mädchen in seiner Entwicklung stabil;
die Zahl der externen Schülerinnen und Schüler ist in
der jüngeren Vergangenheit stetig gestiegen.